Über Verkehrt

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Wer sind wir?

VERKEHRT! ist eine Kampagne, welche sich gegen die geplanten Verschärfungen des Sozialhilfegesetzes im Kanton Bern wehrt. Die Kampagne wird von Fachpersonen der Sozialen Arbeit, Armutsbetroffenen und sich Solidarisierenden aus dem Kanton Bern getragen und wurde von der Kriso Bern, Avenir Social Bern und dem Kabba initiiert. Verkehrt ist eine Kampagne von AvenirSocial.

Was wollen wir?

Unser Ziel ist es, Armutsbetroffene, Sozialarbeitende und Solidarisierende zusammenzubringen, um uns gegen die geplanten Sparmassnahmen in der Sozialhilfe im Kanton Bern zu wehren. Mit verschiedenen Aktionen und Fakten statt Vorurteilen wollen wir dem öffentlichen negativen Bild der Sozialhilfe entgegenwirken und die Diskussion darüber auf eine sachliche Ebene führen. Wir wollen eine Debatte darüber lancieren, wie Armut und Ungleichheit gesellschaftlich produziert und welche Antworten darauf gegeben werden. Wir wollen möglichst viele Armutsbetroffene, Sozialarbeitende und Menschen, welche die Sparpolitik in der Sozialhilfe als verkehrt erachten, gemeinsam zum Mitmachen gewinnen.

Wenn bei den Ärmsten gespart wird und gleichzeitig Steuergeschenke für Unternehmen gemacht werden sollen, läuft etwas verkehrt! Wir setzen uns ein für Armutsbekämpfung statt Armenbekämpfung, für eine (wirksame Sozialhilfe) und gegen (Steuergeschenke für Grossunternehmen). Setzen wir ein Zeichen gegen diese menschenunwürdigen Veränderungen im Kanton Bern.

Was bisher geschah?

Verkehrt hat am 6. Juni 2017 eine Kundgebung auf dem Rathausplatz in Bern organisiert. Weiter haben wir uns an den Demonstrationen des Kollektivs „Sozialer Kahlschlag stoppen“ im Dezember 2017 gegen die Sparmassnahmen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich im Kanton Bern beteiligt. Weiter gab es eine Demonstration gegen die Sozialhilfekürzungen organisiert vom Kollektiv „Sozialer Kahlschlag stoppen“ während der Grossratsession im März 2018, bei der die Sozialhilfegesetzrevision angenommen wurde. Es folgte die Unterschriftensammlung gegen die SHG-Revision und für den Volksvorschlag „Wirksame Sozialhilfe“. Noch vor Ablauf der Sammelfrist konnten 16’046 Unterschriften gesammelt und eingereicht werden. Am 19. Mai 2019 werden die Stimmbürger*innen des Kantons Bern über die SHG-Revision und den Gegen-/Volksvorschlag abstimmen.

Was läuft verkehrt?

Die reichsten 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung besitzen 85 Prozent des Gesamtvermögens. Obwohl im Kanton Bern die Sozialhilfegelder bereits unter den national als verbindlich anerkannten SKOS-Richtlinien liegen, soll nun erneut bei den ärmsten 3.2 Prozent der Bevölkerung gespart werden. Das Geld ist vorhanden, es ist nur nicht gerecht verteilt. Letztendlich stellt sich die Frage, ob wir vor den Ängsten vor Standortkonkurrenz und Steuerwettbewerb kapitulieren oder ob wir trotz Systemzwänge für eine solidarische Gesellschaft einstehen wollen. Wir sind der Meinung, der Wohlstand einer Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwächsten. Oder wie Mani Matter es ausgedrückt hat: „Dene wos guet geit giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit.“

Folgendes Video veranschaulicht auf beeindruckende und kreative Weise, was alles verkehrt läuft:

Wieso läuft es verkehrt?

Die neoliberale Logik führt dazu, dass der Konkurrenzdruck steigt, Steuersenkungen umgesetzt und Leistungen gekürzt werden sowie Privatisierungen stattfinden. Dadurch entsteht ein Druck auf das Sozialsystem. Gelder werden anders verteilt und fehlen somit scheinbar. Der Ruf nach Aktivierung und Standardisierungen wird grösser. Den betroffenen Menschen wird die Schuld an ihrer Situation gegeben. Dabei liegen die Ursachen für Armut grösstenteils in strukturellen Faktoren. Dennoch werden nicht diese Strukturen geändert, sondern es wird versucht die Menschen durch Aktivierung zu integrieren. Es wird so getan, als würde der Mensch nur tätig wenn man ihm negative Konsequenzen (Sanktionen) androht. Dadurch werden Armutsbetroffene stigmatisiert und diskriminiert. An den Ursachen der Armut ändert dies gar nichts.