Positionen

Wir sind gegen die Revision des Sozialhilfegesetzes, weil…

… Menschen Chancen brauchen und keine Anreize. Anreize funktionieren insbesondere dann nicht, wenn der Arbeitsmarkt die arbeitsuchenden Menschen nicht mehr braucht, die Konkurrenz um Arbeitsplätze zunimmt und dadurch immer prekärere Lebenssituationen geschaffen werden.

… genügend Studien aus anderen Ländern aufzeigen, dass eine Kürzung der Sozialhilfe den geltenden Mindestlohn senkt. Die Kürzungen treffen also auch den Niedriglohnsektor und damit Menschen, die nicht Sozialhilfe beziehen.

… sie Arme noch ärmer macht. Armutsbetroffene sind nicht selbst schuld an ihrer Lage. Armut ist strukturell bedingt und ein gesellschaftliches Problem. Es ist ungerecht, gegen die Wehr- und Machtlosen in einer Gesellschaft zu treten.

… Sparen keinen Sinn macht, um das Armutsproblem zu lösen. Armut lässt sich nicht wegsparen. Die Verarmung wird dadurch weiter zunehmen. Sparen ist nichts weiter als Bestrafung der bereits Benachteiligten, die volkswirtschaftlichen Kosten nehmen insgesamt zu.

…weil nicht gespart werden muss. In der Schweiz ist genügend Geld vorhanden, nur ist es zunehmend ungleich verteilt.

… verantwortungslos ist, von den SKOS-Richtlinien abzuweichen. Der Bundesrat delegiert die Verantwortung für eine harmonisierte Sozialhilfe an die Kantone. Unterschreitet der Kanton Bern die SKOS-Richtlinien, verstösst er gegen den nationalen Konsens und macht sich am Anstoss eines Kürzungs-Wettbewerbs zwischen Kantonen mitschuldig.

… es falsch ist zu behaupten, Sozialhilfebeziehende erhielten zu viel Geld. Die Unterstützung nach den SKOS-Richtlinien sichert nichts mehr als die blosse Existenz.

… es bürokratisch ist, mit einem Gesetz den Verwaltungsaufwand zu vervielfachen. Die detaillierten Einteilungen von Sozialhilfebeziehenden in spezifische Kategorien generieren Unmengen an zusätzlicher Arbeit.

… es keine „würdige“ und „unwürdige“ Armutsbetroffene gibt!